Kunstausstellung

horizont macht Kunst
Zum 125-jährigen Bestehen des Verbandes der Metall- und Elektro-Unternehemen in Nordhessen zeigt der Arbeitgeberverband die Ausstelllung WERK/KUNST/WERK im Südfllügel des Kasserler KulturBahnhofs
15. - 23. Juli 2015
14 Künstler aus sieben Nationen arbeiteten in 14 Unternehmen. Sie ließen sich inspirieren von Produkten, Prozessen, Materialien und Menschen. So entstanden 14 sehr persönliche Werke, subjektiv und einzigartig.  Die Ausstellung ist ein weiterer Beitrag zum Thema “Industriekultur in Nordhessen”, dem sich der Verband seit jeher widmet.
horizont hat sich zusammen mit dem australischen Künstler Richard Tipping ebenfalls an der Ausstellung WERK/KUNST/WERK beteiligt. Es wurden zwei Kunstwerke präsentiert.


WECHSELWÄHLER IM GESPRÄCH

Richard Tipping ist in Adelaide, Australien, geboren. Er lebt und arbeitet in Sydney, Australien.
Wechselwähler können das Ergebnis einer Wahl auf unvorhersehbare Weise beeinflussen. Sie fühlen sich keiner Partei zugehörig, unterstützen kein spezielles politisches Konzept und entscheiden manchmal erst im letzten Moment. So halten sie sich alle Möglichkeiten offen. In Australien, wo wir eine Wahlpflicht haben, haben Wechselwähler oft ein negatives Image. Man sieht sie als Menschen, die die Dinge nicht richtig durchdacht haben und noch im letzten Moment von den Medien beeinflusst werden können. In Deutschland, wo man ja freiwillig wählt, habe ich gehört, dass Wechselwähler oft positiv betrachtet werden als Menschen, die das letzte und beste Angebot einer Partei abwarten, bevor sie sich entscheiden.

Im Hinblick auf die Kunst könnte man viele Leute als Wechselwähler bezeichnen. Sie haben keine Meinung, begeistern sich nicht für ein spezielles Objekt, entscheiden sich nicht und warten lange ab, bevor sie zu etwas ja oder nein sagen – vielleicht entscheiden sie sich auch nie. Das kann ein Zeichen für ein dezidiertes Kunstinteresse sein (Offenheit gegenüber neuen Ideen, keine vorschnellen Urteile) oder für eine durchaus problematische Unfähigkeit oder Unwilligkeit, ein durchdachtes persönliches oder öffentliches Urteil abzugeben und in den eigenen Beurteilungen konsequent zu bleiben.

Auf dem roten Achteck des Stoppschilds heißt es GO und GEH. Der Betrachter ist hin- und hergerissen: Soll er anhalten oder weiterfahren? Es ist wie ein Zen-Koan oder ein Puzzle: ein Dilemma, das man unmöglich rational lösen kann. Das Häkchen (für „Ja“) und das X (für „Nein”) stehen neben Aussagen des genauen Gegenteils: Häkchen – Tu es nicht, X – Sag einfach ja. Auf einmal befinden wir uns in einer Welt simultaner Gegensätze, in der alles auf den Kopf gestellt wurde.

Verkehrsschilder müssen klar, einfach und schnell zu verstehen sein. Die Kombination aus der Form eines Schildes und seiner Farbe verstärkt die symbolische und/oder textliche Aussage für Verkehrsteilnehmer, die oft mit hoher Geschwindigkeit unterwegs sind. Verkehrsschilder steuern und verstärken das Verhalten der Fahrer, um den Verkehr sicher und effizient zu machen. Die Rolle der Poesie besteht hingegen darin, im Gewöhnlichen und Alltäglichen Risse aufzuspüren, um neue Einsichten zu ermöglichen. Verborgene Gespräche erhalten eine Stimme und das Idiomatische zweier Sprachen erscheint parallel: Das Alltägliche erhält ein neues Gesicht.


Wechselwaehler Wechselwaehler
LED-Wechselverkehrszeichen auf dem Bahnhofsvorplatz Leitschwelle neben Gleis 1
Weitere Informationens:

http://www.kulturbahnhof-kassel.de/events/event/werkkunstwerk/

http://www.arbeitgeber-nordhessen.de/Verband-der-Metall-und-Elektro-Unternehmen/Der-Verband/125-Jahre-AGV-Nordhessen

http://radiohna.de/2015/06/26/lass-es-tu-es-der-wechselwaehler-in-kassel/